Liebe Mitglieder und Freunde des Nahost-Forums!
Seit unserer letzten Jahresversammlung im März 2005 hat sich die Situation im Nahen und Mittleren Osten zum wiederholten Male zugespitzt. Eine friedliche Lösung der zahlreichen Konflikte ist damit wieder in weiter Ferne.
Die Lage im Irak gerät immer mehr außer Kontrolle. Die USA und ihre Verbündeten sind nicht imstande, die von ihnen selbst verschuldeten Probleme zu lösen. Mehr denn je steht die Aufgabe, die ausländischen Truppen schrittweise aus dem Land abzuziehen und das irakische Volk selbst – Sunniten, Schiiten und Kurden – sein Schicksal selbst gemeinsam in die Hand nehmen zu lassen. Nur so kann auf die Dauer die Hoffnung auf eine friedliche Zu-kunft verwirklicht werden.
Die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung mit Iran um dessen Nuklearprogramm ist nicht gebannt. Wir verurteilen die verantwortungslosen Erklärungen des iranischen Präsiden-ten, sind aber überzeugt, dass es keine vernünftige Alternative zu Verhandlungen geben kann. Iran hat wie alle Staaten das Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie. Die völlig legitime Sorge angesichts der Gefahr einer nuklearen Aufrüstung muss aber auch an andere Staaten der Region, die ja bereits Kernwaffen besitzen, namentlich Israel und Pakistan, adressiert werden.
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Categories: Vorstand Tags: Beitrag, Bericht, Dialog, Jahresbericht, Mittlere Osten, Naher Osten, Nahost, Nahost-Forum, NOF, Status, Syrien, Verein, Vorstand
Liebe Mitglieder und Freunde des Nahost-Forums!
Seit unserer letzten Jahresversammlung im Februar 2004 wurden wir Zeuge widersprüchlicher Ereignisse und Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten, die auch die Tätigkeit unseres Vereins beeinflussten und im Mittelpunkt unserer Veranstaltungen standen.
Die Spannungen und die Kriegsgefahr in der Region haben sich nicht vermindert. Die USA stehen vor dem Scherbenhaufen ihrer Irak-Politik, aber ein Ende der Besatzung ist nicht in Sicht. Auch nach den unter diesen Bedingungen durchgeführten Wahlen, an denen eine ganze Volksgruppe, die Sunniten, faktisch nicht teilnahm, ist Irak noch weit entfernt von ei-nem wirklichen Frieden. Dieser kann nur hergestellt werden, wenn die Besatzung abzieht, die Iraker selbst ihre Geschicke in die eigenen Hände nehmen und alle Bevölkerungsgrup-pen gleichberechtigt daran teilhaben.
Aber schon richten sich Kriegsdrohungen des wiedergewählten US-Präsidenten und seiner Administration gegen weitere Länder der Region – die \”Schurkenstaaten\” Iran und Syrien. Der Streit um die Nutzung der Atomenergie durch Iran eskaliert. Dabei gibt es doch nur eine Lösung: Verhandlungen mit Iran, die eine friedliche Nutzung der Kernenergie sichern und zu denen sich Iran auch bereit erklärt hat. Syrien, dem vorgeworfen wird, irakische und palästi-nensische Terroristen zu unterstützen und zu beherbergen, sieht sich mit verstärktem Druck konfrontiert. Letztlich geht es der einzig verbliebenen Supermacht um eines: die geostrategi-sche Beherrschung der Region und Zugang zu ihren Rohstoffquellen. Dafür legt man auch gern doppelte Maßstäbe an. Man betreibt von außen eine “Demokratisierung” des Nahen Ostens, übersieht dabei aber geflissentlich die Zustände in Saudi-Arabien und anderen Golf-staaten, die zu den wichtigsten Geschäftspartnern der USA und ihrer Verbündeten gehören.
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Bericht des Vorstandes über die Tätigkeit des Nahost–Forums 2003 und die vorgesehenen Aktivitäten im Jahre 2004 (Auszug)
Im zurückliegenden Berichtsjahr wurden die Aktivitäten unseres Vereins und dessen Vorstandes vorwiegend von den Ereignissen im Nahen und Mittleren Osten bestimmt, die zu einer ernsthaften Krise im Weltgeschehen, in der jüngeren Geschichte der internationalen Beziehungen geführt haben.
Der Irak-Krieg ist ein Teil einer umfassenden militärischen Agenda, mit der die Bush-Administration auf den Plan getreten ist. Das militärische Vorgehen im Irak stellt zweifelsfrei eine Fortsetzung des Golfkrieges von 1991 dar, denn spätestens seit Mitte der 90-er Jahre war der Krieg gegen den Irak im Stadium der Planung. Ein Dokument der Clinton-Regierung über Fragen der nationalen Sicherheit der USA aus dem Jahr 1995 nennt als Kriegsziel ganz offen „den ununterbrochenen Zugang
der USA zu Öl“. Es geht also den USA darum, ihr ökonomisches und politisches Einflußgebiet zu vergrößern, wobei wir nicht negieren, daß das Hussein-Regime ein System war, das mit Gewalt jegliche Opposition unterdrückte.
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